Kleines Update / Lebenszeichen vom 35C3

Dezember 29th, 2018 § 0 comments § permalink

So die Maschinenraum-Crew ist gut in den dritten Tag des 35C3 gestartet und beteiligt sich rege an Workshops und Vorträgen sowie allen kleinen Diskussionen.
Unseren, uns zugeteilten, Assembly Space in der Chaoz Zone haben wir innerhalb weniger Stunden zu unserem “Zuhause” gemacht und standesgemäß verkabelt und zugemüllt.

Assembly Table 35C3

Assembly Table 35C3

Besonders gefreut haben wir uns über den Talk von Aurora über “Architecture in Space” der ganz dem Motto “Refreshing Memories”, der sowjetischen Architektin Galina Andrejewna Balaschwoa gewidmet war. Der Vortrag war sogar so gut besucht, dass die Ordnungsengel mehrmals das Publikum zusammenquetschen mussten, damit die Gänge rechts und links von der Bühne weiterhin als Durchgang dienen konnten.

Ebenfalls interessant und hörenswert - und auf amüsante Art unterhaltsam - war der Vortrag von mt, welcher dem Publikum aufzeigte, wie man auch auf älteren Geräten die Freifunk-Firmware nutzen kann auch wenn einem nur 4 MB Ram zur verfügung stehen.

Wir starten gut gelaunt in Runde 3 und wünschen allen “zuhause” gebliebenen ein schönes und entspanntes Streamen.
Für noch mehr Updates folgt uns auf Mastodon oder Twitter!

 

Falls jemand auf dem Congress ist und den Beitrag liest, der Maschinenraum plaudert heute 18:00 auf der Bühne neben unserem Assembly über die Geschichte, die Infrastruktur und das Miteinander des Weimarer Hackspaces. Und kommt uns natürlich am Tisch besuchen!

Grüße vom 35C3,
Franky / Maschinenraum
Assembly Hall - Chaos Zone

Radio Lotte Interview mit dem Weimarnetz zum 34c3

Januar 22nd, 2018 § 0 comments § permalink

Wir waren beim 34C3 in Leipzig. René und Andi vom Freifunk Weimar haben Radio Lotte am 29.12.17 ein Interview gegeben. Viel Spass!

Der Maschinenraum im Radio bei bauhaus.fm

Januar 20th, 2018 § 0 comments § permalink

Wir waren im Radio! Als Teil des 53h bauhaus.fm Sendungsmarathons haben wir eine Stunde lang über Meltdown und Spectre sowie den Maschinenraum allgemein gesprochen. Hört euch auch die anderen Beiträge der 53h Sendung an.

Los geht's:

der maschinenraum und die datenschutz-tagung, teil5 – die polizei braucht waffen!

Januar 19th, 2018 § 0 comments § permalink

Zum Schluss glitt die Veranstaltung endgültig in politische Scharmützel ab.

Zuerst sprach der Vorsitzende des "Bund Deutscher Kriminalbeamter".
Kurz gefasst:
- Datenschutz ist doof. PreCrime ist nutzlos ohne persönliche "Täterdaten".
- die Polizeistatistiken sind geschönt, die Polizei hat real eine Aufklärungsquote von 5%
- Föderalismus ist voll doof. Die Polizei ist aufgesplittet, deswegen ist teilweise sogar die IT inkompatibel, Daten können nicht ausgetauscht werden. Jedes Land muss alles einzeln testen (z.B. Body-Cam), das ist teuer und ineffizient. Wir brauchen eine Superpolizei. "Föderalismus, das haben uns die Allierten aufgedrückt, um Deutschland klein zu halten".
- Vorratsdatenspeicherung ist gut, weil sie zu einem subjektiven Sicherheitsgefühl führt, sie soll aber transparent bleiben. (?)
- Deutschland ist kein Überwachungsstaat und wird nie einer sein, sondern Deutschland soll "zeitgemäß und sicher" sein.
- die Polizei ist schlecht ausgebildet, inkompetent und unmotiviert. Die Ausbildung soll spezialisierter werden, alte Beamte sollen nicht einfach zur Kripo abgeschoben werden.
- die Polizei "überwacht noch gar nicht", das könne sie gar nicht, weil die Technik und das Wissen so schlecht ist

Vom selben Geiste war der folgende Referent, der "Thüringer Minister für Inneres und Kommunales":
- kennen se noch die DDR? Ja? Das war'n Überwachungsstaat! Wir sind kein Überwachungsstaat!
- die Überwachung rettet uns auch in Thüringen vor Islamisten! Irgendwann um Weihnachten sei in Erfurt ein Syrer festgenommen worden, er hätte "Enthauptungs-Videos" geschaut und "Sachen" geplant.
- "Wirtschaftspionage und Kinderpornografie". Kenne se das? Sind schlimme Sachen. Wir brauchen mehr Sicherheit.
- "Wahlbetrug muss bekämpft werden" - null Kontext, hat er einfach so zwischendrin gesagt.
- die Privatsphäre ist rechtlich klar definiert, aber "die heutige Jugend" hätte da eine viel laxere Definition - "Privatsphäre ist persönlich flexibel", das muss berücksichtigt werden.
- dann erzählt er, dass er seine junge Tochter mit den GPS auf ihrem Handy überwacht und immer weiß wo sie ist. Und das ist gut so. Aber wenn ein Hacker das auch kann, dann sieht er rot. Die Polizei braucht mehr Befugnisse um sowas zu verhindern.
- wichtig beim Datenschutz ist die "Verhältnißmäßigkeit".
- "Datenschutz ist schlecht für eine freie Gesellschaft". Ist klar, ne?
- Freiheit und Sicherheit sind gleich viel wert.
- das subjektive Sicherheitsgefühl ist genauso wichtig wie das objektive.

...und dann war's vorbei. Oder auch nicht. Es folgte eine Podiumsdiskussion, aber wirklich neue Sachen waren da nicht dabei. Es kam noch jemand von der Regierung dazu, der hatte vernünftige Positionen, schön, dass der da war. Ich weiß leider nicht mehr wer genau das jetzt war. War irgendwie von der Linken.
Ansonsten haben Polizisten mehr Befugnisse, mehr Gesetze, "Waffengleichheit mit Kriminellen" und noch so einiges mehr gefordert. Relativ wenig Widerspruch bis auf den einen Typen den ich gerade erwähnt habe. Es fielen jede Menge krude Vergleiche ("aktuell können sie sich vorstellen, dass der Polizist ein Fahrrad hat, und der Kriminelle einen Porsche" - "es gibt ja Arbeitsschutzgesetze! Deswegen muss jemand an der Drehbank Sicherheitsschuhe tragen. Und die Polizei, die braucht auch Arbeitsschutz, weil die lebt gefährlich. Also mehr Befugnisse und neue Ausstattung!"- etc.).
Wenn die Polizisten gesprochen haben, hat der ganze Saal geklatscht. Wenn der von den Linken gesprochen hat, haben wir geklatscht. Sonst keiner. Awkward.

Wir haben es bis zum Schluss ausgehalten. Da war dann schon Sturm, die Eingangstür war vom Wind zerstört worden und wir mussten das Gebäude über den Notausgang verlassen. Am Bahnhof war dann der komplette Zugverkehr eingestellt, unser Plan ein Auto zu organisieren scheiterte auch - Autobahn und Bundesstraße waren mittlerweile auch gesperrt. Also konnten wir noch ein wenig die Weltstadt Erfurt genießen und endlich mal in einem ICE sitzen (das war der "Hotelzug für gestrandete Fahrgäste").
Alles in allem haben wir also einen ganzen Tag und viele Gehirnzellen geopfert um euch diese Informationen zu bringen! Ich hoffe ihr könnt das schätzen. :)

Ach ja, wir waren auch im Fersehen: https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-169044.html
(ich nehme an wir haben als einzige mitgeschrieben ;))

der maschinenraum und die datenschutz-tagung, teil4 – predictive policing, biometrische Daten

Januar 19th, 2018 § 0 comments § permalink

Dann war endlich Mittagspause! Stehbuffet mit 100 Polizisten. Ein belegtes Brot mit Schinken, und ein belegtes Brot mit...Schinken. Das war die Auswahl. Ganz hinten fanden sich noch ein paar Käsebrote - immerhin was vegetarisches! Dazu gabs Gulasch, Suppe und Kaffee.
Damit war ich schonmal raus. Naja, aber ich habe ja auch die falsche Ideologie - hat mir ein Polizist unlängst bestätigt! Die kennen sich da aus.

Dann ging's auch bald weiter. Der Referent vom CCC war leider erkrankt, dafür war aber jemand vom krautspace in Jena eingesprungen.
Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr weiß was der erzählt hat. Es war ganz nett. Und angenehm normal und logisch. Deswegen habe ich es wohl vergessen. Sorry. Irgendwas mit Datenschutz ist wichtig und wir müssen das auch den Kindern beibringen.

Der nächste Referent kam von der Hochschule Mittweida und erzählte uns was über "Predictive Policing" aka PreCrime.
Worum geht's:
- Wahrscheinlichkeiten von kriminellem Zeug, lokal und zeitlich (wann und wo wird wie oft eingebrochen etc.)
- daraus lassen sich Vorhersagen erstellen und dann lässt sich gegenarbeiten (mehr Polizeipräsenz etc.)
- das lässt sich mit einer "Sentimentanalyse von Meinungen" in sozialen Netzwerken koppeln -> Leute auf Facebook regen sich auf? Die bauen bald Mist.
- das ist gut weil: Ressourcen effektiv nutzen, Straftaten verhindern, Ergänzung von Polizeiarbeit
- das ist schlecht weil: fehlende Transparenz, schlechte Daten=schlechte Vorhersagen, unüberwachtes Sammeln, Diskriminierung & Stigmatisierung, Trendumbrüche können nicht vorhergesagt werden

Die Polizei hat das in mehreren Ländern in Testphase und hat Millionen für Software rausgehauen. Ergebnisse sind bisher inkonklusiv.

Der darauf folgende Referent kam ebenfalls aus Mittweida und hatte was zu biometrischen Daten vorbereitet. M.E. bester Vortrag des Abends, weil gut strukturiert, gut erklärt, vernünftige Position (nicht, dass ihr noch denkt ich finde alles doof).
- Gesichtserkennung kann Leute identifizieren; Geschlecht, Alter, Emotionen, sexuelle Orientierung recht akkurat zuordnen
- Geheimdienste, Google, etc.. haben schon jetzt Datenbanken
- biometrische Daten sind schwer sicher zu speichern -> Hash ist nicht praktikabel, deswegen werden Klardaten gespeichert -> schlechter Datenschutz.
- das iphone x hat z.B. komplett eigene Hardware, die nicht mit dem Rest kommuniziert, nur um die Daten für die Gesichtserkennung sicher speichern zu können
- biometrische Daten lassen sich kopieren und überwinden (Maske aus dem 3D-Drucker)
- eine allgegenwärtige Gesichtserkennung wäre das Ende der Privatheit, weil jeder überall und immer eindeutig zuzuordnen ist.

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