Summary 2019 – 100 Jahre Kommerz

Juli 11th, 2019 § 2 comments § permalink

„Wir freuen uns, dass das ZDF im Jubiläumsjahr an unserer Universität zu Gast ist. Hier, wo das Bauhaus gegründet wurde, können die Zuschauerinnen und Zuschauer sehen, wie heute Wissenschaft, Technik, Kunst und Gestaltung zusammenarbeiten, um die Fragen der Gegenwart zu beantworten“ - Professor Winfried Speitkamp, Präsident der Bauhaus-Uni.

Welche Fragen wurden denn gestellt, wenn die Antwort darauf seichte deutschsprachige Popmusik ist? Sind das wirklich die wichtigen Fragen der Gegenwart? Und in welchem Bezug stehen die vom ZDF gewählten Künstler (die bisher eher durch Sexismus und Macho-Fantasmen als durch künstlerische Avantgarde aufgefallen sind) eigentlich zur Tradition des Bauhaus? Das sind nur einige der Fragen, die uns gerade etwas verzweifeln lassen.

Es ist das Jahr 2019, das Bauhaus wird 100. Einst wurde es aus Weimar vertrieben, jetzt folgt Stufe zwei der Auslöschung: Der Kommerz. Nach Jahren des Desinteresses wird jetzt endlich mal richtig aufgeräumt, der Campus umgestaltet und Instagram-tauglich aufgehübscht, und der neue Präsident lädt schließlich ein in sein glänzend sauberes Reich – und verspricht, dass all das in der "Tradition" des Bauhauses geschieht.

Aber ist die Tradition nicht längst tot? Der große Austausch hat doch längst stattgefunden. Sauberer Beton gegen studentische Subkultur, aalglatter Mainstream gegen subversive Kunst, eingekaufte Professionalität gegen genialen Dilettantismus. Die Summary war mal die Jahresschau der Studierenden - stattdessen zeigt uns jetzt das öffentlich-rechtliche Fernsehen, wie Kultur denn richtig geht. Vor ein paar Wochen hieß es noch "(d)as ZDF versteht sich als Gast auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar und möchte in der Reihe zdf @ BAUHAUS gern das lebendige Bauhaus zeigen, Arbeiten der Studierenden und die dazugehörigen Prozesse und auch die Universität und ihre Gebäude."
Stattdessen wurde die m18, das Haus der Studierenden, eins der Elemente des "lebendigen Bauhaus", dann plötzlich im Sicherheitskonzept "vergessen" und soll deswegen geschlossen bleiben. Und die Summary, die Arbeiten der Studierenden und all das? Muss sich hinten anstellen, der Campus gehört dem zdf und seiner großen Bühne. Die Wege zu den Ateliers sind versperrt mit Security, Absperrband und Ausweiskontrollen. Ob die Künstler am "alten" Bauhaus das so gewollt hätten?

Das Bauhaus verließ Weimar, nachdem es 1925 von der neuen national-konservativen Regierung durch finanziellen und politischen Druck geradezu vertrieben wurde. 1933 wurde es dann von den Nationalsozialisten endgültig zur Selbstauflösung gezwungen. Entsprechend wäre eine Positionierung gegen rechts eigentlich auch ganz im Sinne der Tradition gewesen. Stattdessen hat das zdf dann auch noch sehr fragwürdige, augenscheinlich rechte Security-Männer (mit Firmenname in Fraktur und szenetypischen rechten Kennzeichen an ihrem "Dienstwagen") verpflichtet. Das ist natürlich kein Problem. Das wahre Problem sind offensichtlich die Studenten und Mitarbeiter – denn die wurden vom Präsidium aufgefordert, doch bitte keine Waffen mitzuführen.

All das summiert sich auf. Viele von uns fühlen sich hier nicht mehr willkommen. Wo können wir hier denn noch etwas beitragen, uns einbringen, uns ausprobieren? Unsere Arbeiten sind ja offenbar nicht gut genug, unser Engagement nicht professionell genug, unsere Kultur nicht ansprechend genug. Irgendwo hinten in den schmuddeligen Ecken, ja gerne, aber bloß nicht auf dem schönen neuen Rollrasen.

Wir würden uns wünschen, dass das Präsidium mit den Studierenden endlich einen offenen und vor allem respektvollen Dialog über die Zukunft führt. Soll die Bauhaus-Uni lebendige Kultur bieten, oder doch nur eine weitere tote, museale Attraktion im Portfolio des Tourismus-Standortes Weimar sein?

ist das Bauhaus, oder kann das weg?

ist das Bauhaus, oder kann das weg?

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes war die Vertreibung des Bauhaus aus Weimar etwas vereinfacht (und nicht ganz richtig) dargestellt. Siehe Kommentare.

Uni-Weimar VPN Client unter Linux mit OpenConnect

März 2nd, 2018 § 0 comments § permalink

Seit einiger Zeit gibt es ein neues VPN-Setup an der BUW, die Technik dahinter nennt sich Cisco AnyConnect und für Linux-Nutzer gibt es zwar einen closed-source Client von Cisco, der auch manchmal funktioniert (Anleitung hier, Client gibt es hier) - aber idealerweise möchte man sein VPN direkt in den NetworkManager integrieren und möglichst auf proprietäre Software verzichten.

Glücklicherweise gibt es eine Lösung dafür - OpenConnect - Normalerweise lässt sich das für jede Distribution installieren, wenn es entsprechende Pakete gibt. Für Arch Linux z.B.

pacman -S networkmanager-openconnect wget

Ubuntu:

apt install network-manager-openconnect wget

Damit kann man sich auch ohne die nervige Cisco-Software mit dem VPN verbinden - zumindest in der Theorie - denn bei der Konfiguration gibt es ein interessantes Häkchen "Cisco Desktop Trojaner erlauben", was gesetzt werden muss:

Die OpenConnect Website klärt auf:

The 'Cisco Secure Desktop' is a bit of a misnomer — it works by downloading a trojan binary from the server and running it on your client machine to perform some kind of 'verification' and post its approval back to the server. This seems anything but secure to me, especially given their history of trivially-exploitable bugs.

It's also fairly easy to subvert, by running your own modified binary instead of the one you download from the server. Or by running their binary but poking at it with gdb.

We support this idiocy, but because of the security concerns the trojan will be executed only if a userid is specified on the command line using the --csd-user= option, or the --csd-wrapper= option is used to handle the script in a 'safe' manner.

Bei Cisco liest sich das so:

The AnyConnect Posture Module provides the AnyConnect Secure Mobility Client the ability to identify the operating system, antivirus, antispyware, and firewall software installed on the host. The Host Scan application, which is among the components delivered by the posture module, is the application that gathers this information.

In the adaptive security appliance (ASA), you can create a prelogin policy that evaluates endpoint attributes such as operating system, IP address, registry entries, local certificates, and filenames. Based on the result of the prelogin policy’s evaluation, you can control which hosts are allowed to create a remote access connection to the security appliance.

Wieso ist das überhaupt aktiv? Es funktioniert jedenfalls auch ohne Virenscanner und Firewall...

Hier ist das entsprechende Script was für den BUW-VPN funktioniert - zusätzlich muss wget noch installiert sein.

Das muss im entsprechenden Formular angegeben werden: csd-wrapper.sh - herunterladen und ausführbar machen z.B. so:

wget -O ~/csd-wrapper.sh https://gitlab.bau-ha.us/snippets/4/raw

chmod +x ~/csd-wrapper.sh

Dann noch im Network-Manager Dialogfeld auswählen und dann sollte es funktionieren.

Testen kann man via

$ openconnect vpngate.uni-weimar.de --csd-wrapper ./csd-wrapper.sh

Damit kann man sich dann mit NetworkManager mit dem VPN verbinden.

 

Und dann kann man direkt bei der Netzwerkauswahl den VPN anschalten ohne Umwege über den Cisco-Client.

Links:

https://web.archive.org/web/20161006072143/http://blog.yunak.eu/2013/07/19/openconnect/

http://kozelj.org/anyconnect-picket-fence-torn-down

Der Maschinenraum im Radio bei bauhaus.fm

Januar 20th, 2018 § 0 comments § permalink

Wir waren im Radio! Als Teil des 53h bauhaus.fm Sendungsmarathons haben wir eine Stunde lang über Meltdown und Spectre sowie den Maschinenraum allgemein gesprochen. Hört euch auch die anderen Beiträge der 53h Sendung an.

Los geht's:

swopspot goes summary

Juli 15th, 2012 § 1 comment § permalink

Das Hotel Miranda hat uns eingeladen in ihren Räumlichkeiten swopspot zur summary 2012 auszustellen. Und wir haben dankend angenommen.

Marv kam auf die großartige Idee, wie wir die Seite bzw. deren Content präsentieren können, denn ein Beamer in der Ecke lockt nun wirklich niemanden an. Auch wird ein Computer im Kioskmodus eher selten wirklich benutzt.

Also, man nehme zwei Hände voll mit Items von der Seite, stecke sie in Plexiglaskugeln, bastle Etiketten und hänge sie an die Decke. Dazu ein bisschen Licht, jede menge Hardware und Mate und viel Spass an der Unseriösität.

Heute zum Sonntag sind wir noch einmal von 14:00 bis 18:00 vor Ort. Es wird ausgestellt, präsentiert, erklärt und vorgeführt.

Hier noch ein paar Bilder vom Samstag, die uns freundlicherweise der Paul gemacht hat. Danke dafür.

Das Schwert der tausend Wahrheiten
https://swopspot.net/stuffs/980191226

mischa präsentiert, bernd codet & marv erzählt

zwei begeisterte besucher

das mit Abstand beliebteste Objekt
https://swopspot.net/stuffs/980191228

Update: Marv hat auch ein paar Bilder auf sein Blog gestellt.

World Usability Day

Oktober 24th, 2011 § 1 comment § permalink

Am 11.11.11, ab 10:00 gibt es in der M18 eine kleine "unconference" zum World Usability Day. Es wird nicht nur um klassische Usability gehen – Produktdesign, Nutzerforschung, Interaktionsdesign, Human Centered Design, Services, Informationsarchitektur und Architektur (solche zum anfassen!) werden auch ihren Platz finden.

Soweit zum Thema. Bleibt "unconference" zu klären. Die Wikipedia meint zu dem Format: "there is no agenda until... the attendees made one up." Sprich: Wer von den Anwesenden eine Diskussionsrunde, einen Workshop leiten oder einen Vortrag geben möchte sei dazu aufgerufen, genau das zu tun. (Vorträge sollten ca. 20 Minuten lang sein, damit Platz für Fragen und Diskussion bleibt)
Dass das Konzept funktioniert zeigen z.B. das EduCamp und das UXCamp Europe.

Also: kommet zahlreich, bringt Ideen mit.

UPDATE:

Wir freuen uns ankündigen zu dürfen, dass Prof. Dr. Bernhard Klein gegen 11 Uhr einen Vortrag über "usability in urban design" halten wird. Auch Prof. Jay Rutherford ist mit dabei.

UPDATE 2:

...und trägt um 14:00 zu "Core Competencies in Information Design" vor.

Anmeldung, Fragen:   wud@m18.uni-weimar.de

world usability day

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